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Wie VETH Propulsion und Kobout mit VMI und cleverer Logistik versteckte Kosten bei Verbindungselementen eliminieren

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Redactie
18 mei 2026 · 8 Min. Lesezeit

Eine Schraube, eine Mutter oder eine Unterlegscheibe erscheint auf dem Papier ein kleiner Artikel. In der Praxis liegt der eigentliche Kostenfaktor jedoch oft nicht im Produkt selbst, sondern in allem, was damit zusammenhängt. Bestellen, Einbuchen, Einlagern, Zählen, Suchen, Nachbestücken und Rechnungen verarbeiten: Gerade bei geringwertigen Artikeln summieren sich diese indirekten Kosten schnell. Genau das ist der Ausgangspunkt der Zusammenarbeit zwischen VETH Propulsion und Kobout.

In der vierten Folge der Podcast-Serie wird deutlich, wie diese Zusammenarbeit in der Praxis funktioniert. VETH Propulsion, Spezialist für Antriebssysteme in der Schifffahrt, nutzt Kobout nicht nur als Lieferant von Befestigungsmaterialien, sondern als logistischen und prozessualen Partner. Gemeinsam mit Kangaroo, das die VMI-Lösung bereitstellt, wurde in der Produktion ein System eingerichtet, das für weniger Handling, weniger versteckte Kosten und mehr Liefersicherheit sorgen soll.

Warum Verbindungselemente besonders viele versteckte Kosten verursachen

Laut Jure Busse, strategischer Einkäufer bei VETH Propulsion, liegt der größte Gewinn bei Befestigungsmaterialien nicht in ein paar Prozent Preisunterschied beim Produkt. Ein Verbindungselement von zehn Cent, das 10 Prozent günstiger wird, bringt kaum etwas ein. Die echte Einsparung liegt im Prozess drumherum: weniger Verwaltungskosten, weniger Handling, weniger Lagerarbeit und weniger interne Störungen.

Das ist eine wichtige Erkenntnis für viele Industrieunternehmen. Denn gerade Artikel mit einem niedrigen Stückpreis werden intern oft unterschätzt, obwohl sie relativ viel Zeit in Logistik, Bestandsverwaltung und Administration beanspruchen.

Warum VETH Propulsion nicht mit Standardpaketen arbeitet

VETH Propulsion ist kein Hersteller von Katalogprodukten. Jedes Projekt wird spezifisch für die Anwendung des Kunden konstruiert. Dadurch ist auch jedes Paket an Befestigungsmaterialien anders. Es gibt also kein festes Standardset, das immer wieder denselben Inhalt hat. Das macht die logistische Herausforderung komplexer, erklärt aber auch, warum Flexibilität und Maßarbeit in der Zusammenarbeit so wichtig sind.

Kobout spielte darin bereits seit Längerem eine Rolle als Lieferant von Befestigungsmaterialien, doch die Zusammenarbeit ist im Laufe der Jahre breiter geworden. Nicht nur durch Sets und Kits, sondern auch durch den Übergang zu einem VMI-System.

VMI als Antwort auf zu viele Handgriffe und zu viel Verschwendung

Bei seinem vorherigen Arbeitgeber hatte Jure bereits Erfahrung mit Vendor Managed Inventory gesammelt. Als er zu VETH kam, sah er, dass dort noch nicht auf diese Weise gearbeitet wurde. Das wurde zum Ausgangspunkt einer Untersuchung: Welche Vorteile könnte ein VMI-Ansatz bringen und wie groß wäre die Einsparung tatsächlich?

Dazu wurde nicht nur intern geschaut, sondern auch eine Praktikumsaufgabe vergeben. Zwei Studenten untersuchten die Gesamteinsparung, einschließlich Zeitmessungen für das Einbuchen von Waren, das Einlagern von Artikeln, Lagerarbeit und Rechnungsverarbeitung. Diese Analyse zeigte, dass bei einem Umsatz von Verbindungselementen von rund 25.000 Euro eine Einsparung von etwa 4.000 Euro möglich war. Das entspricht ungefähr 15 bis 20 Prozent.

Das ist genau die Art von Einsparung, die auf dem Papier nicht sofort sichtbar ist, in der Praxis aber sehr wohl schwer ins Gewicht fällt.

Wie VETH Propulsion Kits und VMI clever kombiniert

Die Lösung bei VETH ist nicht schwarz-weiß. Man hat sich nicht für ausschließlich Kits oder ausschließlich Lagerbehälter entschieden. Stattdessen wurde eine Kombination geschaffen. Da VETH mit Fertigungszellen und einem sehr breiten Sortiment an Befestigungsmaterialien arbeitet, wurde geprüft, welche Artikel am besten direkt in der Fertigungszelle verfügbar sein sollten und welche besser projektbezogen verpackt bleiben.

Daraus ergab sich eine klare Trennung. Muttern, Unterlegscheiben und andere Schnelldreher wurden über das VMI-System in den Fertigungszellen platziert. Bestimmte Schrauben werden weiterhin in Paketen geliefert. Auf diese Weise sind gerade die am häufigsten verwendeten und geringwertigen Artikel direkt für die Monteure verfügbar, während projektspezifische Teile gezielt verpackt bleiben.

Diese Mischung senkt die Zusammenstellungskosten der Kits und begrenzt gleichzeitig das Risiko von Fehlgriffen in der Werkstatt.

Von Verbindungselementen zu breiteren Artikelgruppen

Was die Zusammenarbeit besonders interessant macht, ist, dass sie sich nicht mehr auf Befestigungsmaterialien allein beschränkt. Laut Jure wurde gemeinsam mit Kobout auch nach anderen „geringwertigen“ Artikeln geschaut, die viele interne Kosten verursachen und daher interessant sind, um sie in dasselbe Logistikmodell aufzunehmen.

Das ist ein logischer nächster Schritt. Denn wenn das Modell für Verbindungselemente funktioniert, liegt eine Ausweitung auf vergleichbare Artikelgruppen nahe. Gerade in einer solchen Verbreiterung entsteht oft der größte strukturelle Gewinn.

Warum Monteure mit VMI in der Zelle schneller arbeiten

Ein praktischer Vorteil von VMI wird im Podcast sehr anschaulich erklärt. Wenn ein Monteur mit abgezählten Kits arbeitet und eine Unterlegscheibe fallen lässt, muss diese eigentlich gesucht werden, weil das Set sonst nicht mehr vollständig ist. Liegt jedoch dieselbe Unterlegscheibe einfach in einem VMI-Behälter in der Fertigungszelle, wird einfach eine neue genommen. Das ist schneller, günstiger und vermeidet unnötiges Suchen oder Hin- und Herlaufen zum Lager.

Für die Monteure ist das unmittelbar spürbar. Sie müssen weniger improvisieren, weniger suchen und können einfach weiterarbeiten. Dadurch wird das System intern schnell akzeptiert.

Wie RFID und Bin-Management die Lieferzuverlässigkeit erhöhen

Bei VETH Propulsion spielt die Lieferzuverlässigkeit eine immer größere Rolle, da das Unternehmen stark wächst und die Auslastung in der Produktion hoch ist. Jede Verzögerung oder jeder Stillstand wirkt sich dadurch direkt auf Planung und Lieferungen an die Kunden aus.

Das VMI-System soll das auffangen. Wenn ein Bin leer ist, wird über ein RFID-Tag ein Signal gegeben, dass eine Nachbestückung erforderlich ist. Für bestimmte Artikel wird zudem ein Sicherheitsbestand vorgehalten, damit sie stets schnell verfügbar bleiben. Auch die Bin-Größe kann flexibel angepasst werden, wenn sich zeigt, dass ein Artikel schneller läuft als erwartet.

Diese Flexibilität ist entscheidend. Ein System funktioniert nur dann gut, wenn es sich am tatsächlichen Verbrauch orientiert.

Kobout garantiert nicht nur die Lieferung, sondern denkt auch voraus

Laut Joost endet die Rolle von Kobout nicht beim Nachfüllen der Behälter. Für spezielle Artikel, die außerhalb des Standardsortiments liegen, wird zusätzlicher Bestand angelegt, wenn vereinbart wurde, dass diese stets verfügbar sein müssen. Kann ein Lieferant nicht rechtzeitig liefern, entsteht sofort ein Signal, und es wird nach Alternativen gesucht, etwa Sourcing an anderer Stelle oder beschleunigtes Einfliegen.

Das macht Kobout in diesem Kontext nicht nur zu einem Lieferanten, sondern zu einer Partei, die aktiv über Liefersicherheit und Risiken in der Lieferkette mitdenkt.

Wachstum macht clevere Logistik für Verbindungselemente wichtiger denn je

Der Kontext bei VETH Propulsion ist dabei nicht unwichtig. Das Unternehmen wächst kräftig, zählt inzwischen rund 180 bis 190 FTE und hat einen Auftragseingang, der die Produktionskapazität unter Druck setzt. Ein Teil der Montagetätigkeiten wird mittlerweile sogar an Schwesterunternehmen innerhalb von Twin Disc verlagert, um das Wachstum aufzufangen.

Gerade dann wird die Lieferzuverlässigkeit kleiner Komponenten strategisch. Denn je voller die Produktion, desto größer die Auswirkung jedes fehlenden Teils. Deshalb ist es auch möglich, das VMI-Konzept schnell auf andere Produktionsstandorte auszuweiten. Laut Joost kann ein solches System notfalls innerhalb einer Woche einsatzbereit sein.

Warum die Wahl letztlich wieder auf Kobout fiel

Interessant ist, dass VETH in der Vergangenheit auch mit einem anderen, international agierenden Lieferanten zusammenarbeitete, unter anderem weil dieser näher an mehreren Standorten innerhalb der Gruppe liefern konnte. Dennoch erwies sich das in der Praxis nicht als der beste Weg. Der Start verlief mühsam und das Hinzufügen anderer Materialien neben Verbindungselementen erwies sich als schwieriger. Danach wurde die Zusammenarbeit mit Kobout erneut aufgenommen.

Seit rund drei Jahren läuft diese Zusammenarbeit wieder in vollem Umfang und laut Jure zur Zufriedenheit. Das zeigt, dass Größe allein nicht alles ist. Benutzerfreundlichkeit, Flexibilität und das Maß, in dem ein Lieferant wirklich an den Prozess des Kunden anknüpfen kann, sind mindestens ebenso entscheidend.

Die wichtigste Lektion für Einkäufer: nicht nur auf die Rechnung schauen

Vielleicht die stärkste Botschaft der Folge ist Jures Appell an andere Unternehmer und Einkäufer. Schaut nicht nur auf die sichtbaren Kosten auf der Rechnung, sondern gerade auf die versteckten Kosten, für die keine Rechnung kommt: Zeit für Logistik, Administration, Bestandszählungen und internes Handling.

Genau dort ist seiner Meinung nach der meiste Gewinn zu holen. Insbesondere bei Artikeln mit niedrigem Produktwert, aber hohem Verarbeitungsaufwand.

Die Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut

Die Ambition endet nicht bei der aktuellen Ausgestaltung. VETH und Kobout schauen bereits weiter. Kürzlich wurden Vending Machines in der Produktion eingeführt, sodass Monteure auch für andere Materialien weniger abhängig vom zentralen Lager werden. Zudem wird geprüft, welche zusätzlichen Artikel noch für die Aufnahme in das System infrage kommen.

Dabei spielt auch eine Rolle, dass VETH als OEM manchmal günstige Preisvereinbarungen direkt mit Herstellern treffen kann, während Kobout oder Kangaroo die logistische Abwicklung gegen eine Logistikgebühr übernehmen. Auch das zeigt, wie sich die Zusammenarbeit immer mehr vom reinen Einkauf hin zu cleverer Lieferkettensteuerung verschiebt.

Fazit

Die Zusammenarbeit zwischen VETH Propulsion, Kobout und Kangaroo zeigt, dass der größte Gewinn bei Verbindungselementen oft nicht im Stückpreis liegt, sondern im Prozess drumherum. Durch die clevere Kombination von Kits mit VMI, die direkte Verfügbarkeit von Schnelldrehern in Fertigungszellen und die Automatisierung der Bestandsverwaltung werden versteckte Kosten sichtbar und beherrschbar.

Für Industrieunternehmen, die noch vor allem auf den Rechnungspreis von Befestigungsmaterialien schauen, steckt darin eine klare Lektion. Wer klüger einkaufen will, sollte nicht nur günstiger einkaufen, sondern vor allem klüger mit Handling, Administration, Bestand und Verfügbarkeit umgehen. Und genau darin liegt die Stärke dieses Ansatzes.


FAQ

Was macht VETH Propulsion?

VETH Propulsion entwickelt und liefert Antriebssysteme für die Schifffahrt, einschließlich mechanischer Komponenten, Steuerungssysteme sowie eigener Software und Hardware.

Was bringt die Zusammenarbeit mit Kobout?

Laut VETH bringt die Zusammenarbeit vor allem weniger versteckte Kosten, weniger administrative Handgriffe, mehr Entlastung und eine bessere Verfügbarkeit von Verbindungselementen und anderen geringwertigen Artikeln.

Was ist der Vorteil von VMI bei Verbindungselementen?

Mit VMI sind Schnelldreher direkt in der Werkstatt verfügbar und werden automatisch nachbestückt. Das vermeidet Suchen, Fehlgriffe und unnötiges Handling.

Wie groß war die berechnete Einsparung bei VETH?

Bei einem Umsatz von Verbindungselementen von rund 25.000 Euro wurde eine Einsparung von etwa 4.000 Euro berechnet, ungefähr 15 bis 20 Prozent.

Arbeitet VETH in diesem System nur mit Verbindungselementen?

Nein, das System wurde inzwischen auch um andere geringwertige Artikel neben den Befestigungsmaterialien erweitert.

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