Anhaltender Druck auf die Margen, sich wandelnde Handelsbeziehungen und Unsicherheiten in der Lieferkette zwingen Hersteller kontinuierlich dazu, ihre operative Effizienz zu verbessern. Eine entscheidende Rolle bei diesen Verbesserungen wird zunehmend Daten und Analytics zugeschrieben, die als treibende Kräfte für Wandel und Wertschöpfung in der Fertigungsindustrie fungieren. Die Nutzung von Daten ist unerlässlich, um Effizienz zu erreichen und Prozesse zu optimieren – und dies zeigt sich besonders in einem breiten Spektrum von Anwendungen.
Ein spezifischer Bereich, in dem Daten eine bedeutende Rolle bei der Verbesserung der Margen von Herstellern spielen können, liegt innerhalb der Fabriken selbst. Sensoren und andere Produktionsanlagen erzeugen enorme Datenmengen, die häufig übersehen oder verworfen werden, wenn sie nicht unmittelbar zur Lösung eines aktuellen Problems beitragen. Werden diese Daten jedoch im Laufe der Zeit analysiert und kombiniert, bieten sie erhebliche Möglichkeiten, die Betriebskosten zu senken.
Ein Beispiel hierfür ist die Nutzung von Daten für die vorausschauende Wartung, um die Wahrscheinlichkeit von Maschinenausfällen zu antizipieren. Indem sie historische Daten über die Leistung von Anlagen nutzen, können Hersteller Sensordaten in Echtzeit verwenden, um auf Anzeichen künftiger Fehler zu achten, etwa Vibrationen oder übermäßige Hitze. Darüber hinaus können sie auf frühere Situationen zurückblicken, um zu bestimmen, wann sich Anlagen in gutem Zustand befinden und keine geplante Wartung benötigen, was unnötige Eingriffe reduzieren kann.
Vorausschauende Analysen können auch eingesetzt werden, um den Kundenservice zu verbessern – selbst nachdem die Produkte die Fabrik verlassen haben. Indem sie Erkenntnisse nutzen, um künftige Störungen vorherzusagen, können Hersteller Nutzer rechtzeitig auf präventive Wartung hinweisen. Zudem können automatische Software-Updates dafür sorgen, dass Käufer von beispielsweise Autos, Überwachungskameras und anderen smarten Geräten nicht länger zeitaufwendige Lieferantenbesuche in Anspruch nehmen müssen, um Probleme zu beheben.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet von Produktionsdaten ist die Verbesserung von Sicherheitsprotokollen und die Erfüllung von Compliance-Anforderungen. Insbesondere in Branchen wie der Pharma- und Lebensmittelindustrie, in denen Qualitätsprobleme schwerwiegende Folgen haben können, spielen genaue und zuverlässige Daten eine entscheidende Rolle. Pharmahersteller können Daten beispielsweise nutzen, um die Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität von Produkten zu gewährleisten, und diese Erkenntnisse erstrecken sich über alle Unternehmensaktivitäten – von F&E und klinischen Studien bis hin zur Umsatzoptimierung.
Sensoren wie smarte Thermometer sind zu unverzichtbaren Hilfsmitteln geworden, um den Produktstatus und die -qualität in der gesamten Lieferkette zu überwachen, insbesondere in der Lebensmittelproduktion. Sie ermöglichen es Herstellern, Produktionsdaten in Echtzeit zu erfassen und zu nutzen, um Produkte vor der Einwirkung gefährlicher Temperaturbedingungen zu schützen. Trotz dieser Möglichkeiten haben viele Unternehmen nach wie vor Schwierigkeiten mit der optimalen Integration der Fülle an Sensordaten. Um wirksam zu sein, ist es unerlässlich, Sensordaten mit anderen betrieblichen Datenquellen wie ERP- und Lieferkettensystemen zu kombinieren.
Eine Herausforderung bei diesen Optimierungsbemühungen ist die komplexe Landschaft der Datenspeicherung mit sowohl strukturierten als auch unstrukturierten Daten, die über lokale Rechenzentren und die Cloud verteilt sind – möglicherweise sogar über mehrere Cloud-Umgebungen. Es ist beunruhigend, dass 77 % der Verantwortlichen im Bereich Produktionsdaten angeben, dass diese Komplexität die Wertschöpfung aus ihren Daten erschwert. Um Innovationen wie vorausschauende Wartung sowie Verbesserungen bei Sicherheit und Compliance zu realisieren, ist es entscheidend, dass Hersteller alle verfügbaren Daten auf einer einzigen Plattform zusammenführen. Ohne eine solche Datenplattform können sie das volle Potenzial ihrer Geschäftsdaten nicht ausschöpfen.
Im heutigen wettbewerbsintensiven Produktionsumfeld kann bereits eine kleine Margenverbesserung den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Die Zusammenführung aller verfügbaren Daten bietet Herstellern die Möglichkeit, neuen Wert zu erschließen und sich weiterhin von ihren Wettbewerbern abzuheben.
