Kangaroo BV löst mit smarten To-Bin-Lösungen, RFID und weniger Lieferantenchaos eine stille Revolution in der Werkstatt aus.
„Der größte Nörgler? Den muss man in die Verantwortung nehmen.“ Das ist eine der ehrlichsten Aussagen von Martijn Zuidmeer, Geschäftsführer von Kangaroo BV. Sein Unternehmen sorgt dafür, dass Monteure nie mehr ins Leere greifen, dass Einkäufer 80 % weniger Arbeit haben und dass sich die CO₂-Emissionen deutlich senken lassen. Wie? Mit einem To-Bin-System, das cleverer ist, als man denkt – und das die gesamte Lieferkette auf den Kopf stellt.
C-Teile: kleine Bauteile, großes Chaos
Kangaroo ist auf die Verwaltung sogenannter C-Teile spezialisiert – kleine, günstige Bauteile, die oft vergessen werden, aber in jedem Produktionsprozess unverzichtbar sind. „Da greifen die Leute am häufigsten daneben“, sagt Zuidmeer. „Und dabei geht lächerlich viel Zeit verloren.“
Ihm zufolge steckt die Industrie noch oft in veralteten Lagerstrukturen fest, mit Dutzenden Lieferanten, manuellen Bestellungen und Monteuren, die für ein simples Bauteil durch das ganze Gebäude laufen müssen. „Wir nehmen dieses Chaos heraus und bringen den Bestand direkt an den Arbeitsplatz. Vollautomatisch nachgefüllt.“
Wie funktioniert das genau?
Mit dem intelligenten RFID-To-Bin-System von Kangaroo ist die Bestandsverwaltung nahezu vollständig automatisiert. Zwei Behälter pro Bauteil: Sobald der vordere leer ist, rückt der hintere nach vorne, und der leere wird in eine Supply Box geworfen, wo er ausgelesen wird. Kein menschliches Eingreifen nötig. Das System weiß genau, wann und wo was zur Neige geht – und füllt es automatisch nach.
Das Einzigartige an Kangaroo? Sie sind nicht die Verlängerung eines einzelnen Lieferanten, sondern bündeln bis zu 150 Lieferanten zu einem übersichtlichen Service. Eine Rechnung, eine Lieferung, null Stress.
Weniger Laufwege, weniger Bestellungen, weniger Emissionen
Die Vorteile summieren sich:
- Bis zu 30 Bestellungen auf eine einzige reduziert.
- Keine 30 Rechnungen pro Monat, sondern nur eine.
- Kein teurer Monteur mehr auf der Suche nach einer Mutter.
- Weniger Transportbewegungen, weniger CO₂.
- Vollständiger Überblick über ein Kundenportal.
„Man ist vollständig entlastet, behält aber die volle Kontrolle“, sagt Zuidmeer. Im Kundenportal können Unternehmen ganz einfach Mengen anpassen, saisonale Einflüsse weitergeben oder Auswertungen einsehen. Bald kommt auch der aktuelle Bestandswert hinzu – für noch mehr Kontrolle.
Und was, wenn die Monteure keine Lust auf Veränderung haben?
Zuidmeer lacht: „Dann stellen wir eine Testinstallation auf. Der größte Nörgler darf gern Feedback geben – oft werden gerade sie zu unseren größten Botschaftern.“
Kangaroo nimmt die gesamte Organisation im Prozess mit, vom Monteur bis zum Finanzdirektor. „Man muss Vertrauen aufbauen, denn ohne Rückhalt funktioniert es nicht.“
KI & vorausschauende Bestandsverwaltung
Obwohl Kangaroo derzeit noch mit klassischen Formeln für Verbrauchsprognosen arbeitet, ist KI unterwegs. Zuidmeer: „Wir testen jetzt KI zur Bestimmung von Sicherheitsbeständen und Verbrauchsmodellen. Da liegen große Chancen.“
Von der Industrie bis zum Gesundheitswesen: überall einsetzbar
Die Kangaroo-Lösung ist nicht nur für Fabriken. „Wir sind auch im Gesundheitswesen aktiv“, erzählt Zuidmeer. „Überall, wo Nachbestellungen stattfinden, können wir Mehrwert schaffen.“
Der Anspruch? Eine zentrale Plattformrolle zwischen Kunde, Lieferant und Dienstleister einnehmen. „Wir wollen wirklich der To-Bin-Partner der Niederlande werden.“
Vertrauen, Ehrlichkeit und … ein Behälter weniger Abfall
Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle. Kangaroo liefert in wiederverwendbaren Behältern und entfernt bereits sämtliche Umverpackungen. „Die Kunden müssen sich um nichts mehr kümmern. Und wenn sie ihren eigenen Abfall in unsere leeren Lkw mitgeben: gerne sogar.“
Die Zukunft ist jetzt – und die Fertigungsindustrie muss mitziehen
Die größte Lektion, die Zuidmeer gelernt hat? „Vertrauen ist alles. Und Skalierbarkeit beginnt mit Ehrlichkeit.“ Sein Appell an die Industrie ist entsprechend eindeutig:
„Hört auf, die Dinge so zu machen, wie ihr sie immer gemacht habt. Geht zurück zu den Grundlagen. Warum seid ihr hier? Und was braucht ihr wirklich, um voranzukommen?“
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