Groothuis Bouwgroep übergibt ein modernes und nachhaltiges Betriebsgebäude von 18.500 m² an Tolsma-Grisnich – doch es gibt ein Problem: den Strom
In Emmeloord erhält die Fertigungsindustrie schon bald ein beeindruckendes neues Zuhause. Tolsma-Grisnich, weltweiter Spezialist für Lagertechnik und Sortierlinien für Kartoffeln, bezieht Mitte Juli ein brandneues Betriebsgebäude von stattlichen 18.500 m². In diesem Gebäude werden alle einzelnen Betriebseinheiten unter einem Dach zusammengeführt – ein strategischer Schritt hin zu mehr Effizienz und Innovation. Doch: der eigentliche Stromanschluss? Der lässt noch Jahre auf sich warten.
Ein Gebäude, drei Hallen, grenzenlose Effizienz
Bis vor Kurzem arbeiteten die verschiedenen Abteilungen von Tolsma-Grisnich von mehreren Standorten aus. Im neuen Gebäude wird alles gebündelt: eine Produktionshalle, eine Versandzone und eine Verladeeinrichtung, jeweils mit einer klaren Funktion und – wo nötig – physischer Trennung. „Die Verladeeinrichtung ist beispielsweise mit einer Trennwand versehen, damit kein Staub in die Montage oder den Versand eindringen kann“, erzählt Leon Teunissen, Projektleiter bei Groothuis Bouwgroep. „Das klingt vielleicht einfach, sorgt aber für einen enormen Qualitätsgewinn im Prozess.“
Mit dieser Aufteilung werden nicht nur logistische Störungen vermieden, sondern auch ein deutlicher Effizienzschub in den Betriebsabläufen erzielt. Jeder Quadratmeter ist auf maximale Produktivität ausgerichtet.
Ein architektonisches Statement in Emmeloord
Der neue Bürobereich von 2.500 m² stiehlt sofort die Show. Entworfen von Boes + Kok, fällt das Gebäude durch seine zwei großen gelben Trespa-Säulen ins Auge, die wie Torwächter vor dem Gebäude stehen. „Es ist wirklich ein schöner Blickfang geworden“, so Teunissen. „Man spürt sofort: Hier passiert etwas Besonderes.“
Obwohl die Außenseite größtenteils aus industriellen Sandwichpaneelen besteht, wurde mit hölzernen Lamellen rund um das zentrale Treppenhaus bewusst ein warmer und natürlicher Akzent gesetzt.
Turn-key mit vollständiger Prozessbegleitung
Groothuis Bouwgroep übergibt das gesamte Projekt schlüsselfertig und begleitet dabei den kompletten Realisierungsprozess. Von der bautechnischen Planung bis zur Installationstechnik, von der Endmontage bis zur Koordination der Nebenunternehmer: Alles wird übernommen. „Die Fabrik wurde von Tolsma-Grisnich selbst entworfen, und wir unterstützen bei der Installation und den Montageeinrichtungen“, erläutert Teunissen. „So behalten sie die Regie über das, was sie am besten können – und wir erledigen den Rest.“
Das Gebäude ist zudem für die GPR-Zertifizierung angemeldet, mit der Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Komfort gewährleistet werden.
Der Flaschenhals: kein Netzanschluss vor 2027
Dennoch liegt ein Schatten über diesem erfolgreichen Projekt. Obwohl das Gebäude bald vollständig fertiggestellt sein wird, muss Tolsma-Grisnich noch Jahre auf einen Anschluss an das reguläre Stromnetz warten. „Die Anlagen sind betriebsbereit, die Einheiten sind fertig … doch der Netzanschluss durch Liander ist erst für Ende 2027 eingeplant“, sagt Teunissen.
In der Zwischenzeit wird das Gebäude mit einem intelligenten Energie-Hub betrieben, ausgestattet mit Solarpaneelen, Generatoren und Akkus. „Wir haben eine praktikable Zwischenlösung gefunden, aber es bleibt eine Herausforderung von enormem Ausmaß. Gerade für ein Unternehmen, das bei nachhaltiger Technologie eine Vorreiterrolle einnimmt.“
Eine zukunftsorientierte Heimat mit Verzögerung
Trotz der Netzproblematik ist die Stimmung positiv. Mit diesem neuen Gebäude hat Tolsma-Grisnich künftig allen Raum, um zu wachsen, zu innovieren und international von einem zentralen Punkt in Emmeloord aus zu agieren.
Eine kluge Investition in die Zukunft – man muss nur noch kurz auf die Steckdose warten.
