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Top-CEOs aus Europas Tech- und Industriesektor mit dringendem Appell: „Handelt endlich als ein Europa“

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Redactie
4 mei 2026 · 8 Min. Lesezeit

Europa kann es sich nicht länger leisten, in Technologie und Industrie langsam, zersplittert und national gespalten zu agieren. Diese Botschaft kommt nicht von einem Thinktank oder einer Lobbygruppe am Rande, sondern von der Spitze der europäischen Wirtschaft selbst. Die CEOs von Airbus, ASML, Ericsson, Mistral AI, Nokia, SAP und Siemens haben gemeinsam einen öffentlichen Appell gerichtet, die europäische Wettbewerbsfähigkeit bei KI und Schlüsseltechnologien deutlich schneller hochzufahren. Ihrer Ansicht nach verliert Europa „jeden Tag“ an Boden.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der gemeinsame Appell folgte auf ein Treffen mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel und fällt mit einer breiteren europäischen Debatte über technologische Souveränität, Investitionen, Marktzersplitterung und die Frage zusammen, wie Europa eigene Champions in zunehmend strategischen Sektoren entstehen lassen kann.

Warum dieser Appell über den Techsektor hinausgeht

Auf den ersten Blick scheint es hier um Software, KI und digitale Infrastruktur zu gehen. In Wirklichkeit betrifft es jedoch die gesamte Breite der europäischen Industrie. ASML, Airbus und Siemens stehen nicht nur für Technologie, sondern auch für Maschinenbau, produzierendes Gewerbe, Lieferketten, Automatisierung, Verteidigung, Energie und Hightech-Produktion. Der Appell dieser CEOs ist daher auch ein industrielles Signal: Europa muss aufhören, in einzelnen nationalen Märkten zu denken, und beginnen, Größe, Investitionskraft und strategische Umsetzungsgeschwindigkeit aufzubauen.

DIGITALEUROPE, das hinter der breiteren „European AI & Tech Declaration“ steht, spricht in diesem Zusammenhang ausdrücklich davon, die Zersplitterung zu verringern, Investitionen freizusetzen und ein Unternehmensklima zu schaffen, in dem Innovation in Europa wachsen und skalieren kann. Nach Angaben der Organisation stehen CEOs und Branchenverbände, die zusammen 56.000 Unternehmen vertreten, bereit zu investieren – sofern Europa die richtigen Rahmenbedingungen schafft.

Der Kern der Kritik: Europa ist zu fragmentiert

Der CEO-Appell dreht sich im Kern um ein wiederkehrendes Problem: Europa verfügt zwar über Wissen, Talent und Unternehmen, aber über zu wenig Größe. Das liegt nicht nur am Geld, sondern auch an den Institutionen. Der europäische Binnenmarkt ist auf dem Papier groß, in der Praxis jedoch nach wie vor zu fragmentiert, um Technologieunternehmen und industriellen Wachstumsträgern denselben Heimatmarkt zu bieten wie ihren Konkurrenten in den USA oder China. ECDPM schreibt dazu, dass Europas unvollendeter Binnenmarkt das globale Wachstum europäischer Unternehmen weiterhin einschränkt.

Gerade deshalb wird der Slogan „handelt als ein Europa“ jetzt lauter. Wer KI, Cloud, Halbleiter, Telekommunikationsinfrastruktur oder Industriesoftware skalieren will, stößt noch zu oft auf unterschiedliche nationale Regeln, langsame Entscheidungsfindung, zersplitterte Ausschreibungen und divergierende Investitionslogiken. Die CEOs stellen faktisch fest, dass Europa sich damit selbst schwächt – in einer Zeit, in der Geopolitik und Technologie immer stärker zusammenfallen.

Europa will Champions, ringt aber noch mit dem Weg dorthin

Dass die Botschaft ankommt, zeigt sich auch an der europäischen Politik der vergangenen Wochen. Reuters meldete Ende April, dass die EU ihr Wettbewerbsrecht überarbeiten will, damit Unternehmen bei Fusionen mehr Spielraum erhalten, um breitere Vorteile geltend zu machen – etwa Innovation, Resilienz, Investitionen und Nachhaltigkeit. In Brüssel gewinnt zunehmend die Idee an Bedeutung, dass Europa „Champions“ braucht, die weltweit mit amerikanischen und asiatischen Akteuren konkurrieren können.

Zugleich bleibt Europa vorsichtig. EU-Kommissarin Teresa Ribera machte im selben Zusammenhang deutlich, dass dies kein Freibrief für mächtige Unternehmen wird, unbegrenzt zu wachsen. Der Kurs ist also doppelt: Europa will Größe, aber ohne seine eigenen Wettbewerbsprinzipien vollständig aufzugeben.

Das macht den Appell der CEOs umso interessanter. Sie fordern nicht nur Geld oder Schutz, sondern vor allem ein Umfeld, in dem europäische Unternehmen schneller bauen, investieren und durchstarten können. DIGITALEUROPE fasst dies in einer Reihe politischer Empfehlungen zusammen: rund um Tech-Führungsstärke, den Abbau regulatorischer Barrieren, den Aufbau eines digitalen Rückgrats und die schnellere Umsetzung von Projekten in Europa.

KI ist der unmittelbare Anlass, das eigentliche Thema ist strategische Autonomie

Der öffentliche Appell dreht sich sichtbar um KI und Schlüsseltechnologien, doch darunter liegt eine breitere Sorge: Europa ist an zu vielen entscheidenden Stellen von anderen abhängig. ECDPM beschreibt, dass sich europäische Entscheidungsträger zunehmend um zwei Ziele scharen: die Verringerung kritischer Abhängigkeiten im digitalen Technologie-Stack und die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Dieser Analyse zufolge soll das erwartete europäische Paket zur Tech-Souveränität in diesem Sommer genau diese Linie schärfen.

Das betrifft nicht nur Cloud oder KI-Modelle, sondern auch Satelliteninfrastruktur, Telekommunikation, digitale Sicherheit, Unterseeverbindungen, Beschaffung und industrielle Investitionen. Mit anderen Worten: Die Tech-Debatte wird zunehmend zu einer industriellen Debatte. Und umgekehrt.

Für die Industrie bedeutet das etwas Wesentliches. Wer Software, Daten, Produktionsmaschinen, Automatisierung oder Chiptechnologie nutzt, bewegt sich längst nicht mehr auf einem rein technischen Spielfeld. Es geht nun auch um geopolitische Verlässlichkeit, Zugang zu Infrastruktur, Finanzierung, Regulierung und die Frage, ob europäische Lösungen in großem Maßstab verfügbar bleiben.

Warum gerade diese Namen so viel Gewicht haben

Dass ausgerechnet Airbus, ASML, Ericsson, Mistral AI, Nokia, SAP und Siemens gemeinsam an die Öffentlichkeit treten, ist an sich schon bedeutsam. Nokia betont ausdrücklich, dass diese sieben CEOs dieselbe Wertschöpfungskette und dieselben Skalierungsherausforderungen teilen. Es geht also nicht um einzelne Unternehmen mit einzelnen Wünschen, sondern um eine Kette aus Hardware, Software, Netzwerken, Halbleitern, industrieller Automatisierung und KI, die sich gegenseitig verstärken.

Diese Kombination macht den Appell schlagkräftiger als ein herkömmlicher Branchenbrief. ASML steht für den strategischen Kern der globalen Chipindustrie, Airbus für Luftfahrt und Verteidigung, Siemens für Industrietechnologie, SAP für geschäftskritische Software, Ericsson und Nokia für Netzwerke und Mistral AI für Europas Ambitionen im Bereich der generativen KI. Gemeinsam skizzieren sie faktisch einen Bauplan dessen, was Europa noch hat – und was es ihrer Ansicht nach schneller ausbauen muss. Letzteres ist eine plausible Interpretation auf Grundlage der Zusammensetzung der Unterzeichner und ihrer Positionen in der europäischen Wertschöpfungskette.

Die Botschaft an Brüssel: weniger reden, mehr umsetzen

Der Ton des Appells ist auffallend dringlich. Nokia veröffentlichte im vollständigen Meinungsbeitrag, dass Europa „jeden Tag“ Wettbewerbsfähigkeit verliert und dass dies nicht nur ein wirtschaftliches Problem sei, sondern auch den sozialen Zusammenhalt, den künftigen Wohlstand und die technologische Souveränität berühre. Eine solche Wortwahl zeigt, dass sich die Debatte von der Wünschbarkeit hin zur Notwendigkeit verschiebt.

DIGITALEUROPE schließt daran unmittelbar an, indem es feststellt, dass Europa groß denken, klug investieren und schnell handeln muss. Die Erklärung nennt dies ausdrücklich „Europe’s AI and tech moment“.

Die Frustration liegt also weniger in einem Mangel an Vision als vielmehr im Mangel an Umsetzung. Europa produziert Strategien, Pläne und Rahmenwerke, aber Unternehmen wollen jetzt vor allem ein Umfeld, in dem Projekte tatsächlich schneller in Gang kommen, Investitionen leichter Größe erreichen und der Binnenmarkt weniger fragmentiert funktioniert.

Was das für die niederländische Industrie bedeutet

Für die Niederlande ist diese Debatte besonders relevant. Unser Land ist tief mit Europas Hightech-, Chip- und Industrieketten verflochten, mit ASML als Flaggschiff und einem breiten Netzwerk aus Zulieferern, Maschinenbauern, Softwareunternehmen und Wissenseinrichtungen darum herum. Wenn Europa wirklich Ernst macht mit KI, digitaler Infrastruktur und technologischer Souveränität, kann sich das direkt auf Investitionen, Produktionskapazitäten und Innovationsprojekte in den Niederlanden auswirken. Dies ist eine plausible Schlussfolgerung auf Grundlage der prominenten Rolle von ASML im Appell und des Hightech-Profils der Niederlande.

Umgekehrt gilt dasselbe: Wenn Europa in Zersplitterung und langsamer Umsetzung verharrt, wird das auch niederländische industrielle Wachstumsträger treffen. Nicht, weil die Niederlande zu wenig Wissen hätten, sondern weil Größe und Marktzugang in immer mehr Tech- und Industriebereichen europäisch bestimmt werden.

Die eigentliche Frage: Wagt Europa es jetzt auch, wirklich als ein Block zu handeln?

Der Appell der CEOs ist klar, doch der schwierige Teil beginnt erst jetzt. Denn „als ein Europa zu handeln“ klingt logisch, bis es konkret wird. Dann geht es um nationale Interessen, Vergaberegeln, Investitionsfonds, strategische Beschaffung, staatliche Beihilfen, Cloud-Souveränität, Wettbewerb und die Frage, welche Unternehmen oder Sektoren Priorität erhalten.

ECDPM weist darauf hin, dass sich die Mitgliedstaaten zunehmend über die Bedeutung europäischer Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität einig sind, weniger jedoch darüber, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Genau darin wird in den kommenden Monaten die eigentliche Bewährungsprobe liegen.

Fazit

Dass sich sieben der einflussreichsten Tech- und Industrie-CEOs Europas gemeinsam äußern, ist keine symbolische Übung. Es ist ein Signal, dass die Geduld an der Spitze der europäischen Wirtschaft dünner wird. Europa besitzt ihrer Ansicht nach nach wie vor das Wissen, die Unternehmen und die industrielle Basis, um bei KI und Schlüsseltechnologien mitzuhalten – aber nicht länger den Luxus, weiterhin zersplittert zu handeln.

Für die Industrie ist das eine Botschaft, die weit über Brüssel hinausreicht. Es geht um die Frage, ob es Europa gelingt, ein Umfeld zu schaffen, in dem Innovation nicht nur entsteht, sondern auch bleibt, wächst und weltweit Bedeutung erlangt. Und genau deshalb betrifft dieser Appell nicht nur den Techsektor, sondern die gesamte industrielle Zukunft Europas.


FAQ

Welche CEOs richteten diesen Appell?

Laut Nokia handelt es sich um die CEOs von Airbus, ASML, Ericsson, Mistral AI, Nokia, SAP und Siemens.

Worum geht es in ihrem Appell?

Sie fordern Europa auf, in den Bereichen KI, Schlüsseltechnologien, Investitionen und Skalierung schneller und gemeinsamer zu handeln.

Warum halten sie das für notwendig?

Weil Europa ihrer Ansicht nach durch Zersplitterung, langsame Umsetzung und einen zu fragmentierten Markt an Wettbewerbsfähigkeit verliert.

Was meinen sie mit „als ein Europa handeln“?

Dass Europa weniger national zersplittert agieren und stärker als ein einheitlicher Binnenmarkt und strategischer Block auftreten sollte, insbesondere bei KI und Schlüsseltechnologien. Dies ist eine plausible Zusammenfassung des offenen Appells und des politischen Kontexts.

Warum ist das für die Industrie relevant?

Weil der Appell Wertschöpfungsketten betrifft, in denen Software, Halbleiter, Netzwerke, Industrietechnologie und Produktion unmittelbar miteinander verbunden sind.

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