Der niederländische Gewächshausanbau ist weltweit für seine Spitzenposition bekannt. Dennoch steht die Branche unter Druck durch Klimawandel, Arbeitskosten und internationalen Wettbewerb. In dieser zweiten Folge sprechen Annie van der Riet, Vorsitzende der AVAG, und Bart Stengs von Achmea darüber, wie Zusammenarbeit und Innovation die Branche zukunftsfähig machen.
Von Herausforderungen zu Chancen
Laut Van der Riet ist Innovation der Schlüssel, um die weltweite Spitzenposition zu behaupten. „Wir dürfen stolz sein, aber wir müssen uns auch ständig weiterentwickeln. Klimawandel, Skalierung und Digitalisierung zwingen uns zum Handeln“, sagt sie.
Stengs sieht internationale Trends als Chancen: Die Nachfrage nach frischem Gemüse wächst, und der geschützte Anbau gewinnt weltweit immer mehr an Bedeutung. Satellitenuntersuchungen zeigen, dass die Fläche des geschützten Anbaus jährlich um 7 bis 11 % zunimmt. „Das bietet enorme Möglichkeiten für niederländisches Wissen und niederländische Technologie“, ergänzt er.
Kleine Schritte, große Wirkung
Die Branche verändert sich rasant. Wo früher alles manuell erledigt wurde, liegt der Fokus heute auf Digitalisierung und datengetriebenem Arbeiten. Van der Riet: „Unternehmen entwickeln eigene Apps und Systeme. Indem wir Vereinbarungen zum Datenaustausch treffen, können wir gemeinsam viel effizienter arbeiten.“
Ein praktisches Beispiel ist das Horty-Light-Protokoll, mit dem Klimacomputer und LED-Beleuchtung kompatibel gemacht werden. „Es war viel Arbeit, aber jetzt kann jeder Lieferant fehlerfrei zusammenarbeiten. Das führt zu zuverlässigen und investitionsfähigen Lösungen“, erzählt Stengs.
Innovation als Zusammenarbeit
Innovation ist nicht nur Technologie, sondern vor allem Zusammenarbeit. Vorwettbewerbliche Forschung hilft der Branche, Standards zu entwickeln und Wissen zu bündeln. Initiativen wie Dutch Hortipower koordinieren Forschungsagenden und sorgen dafür, dass Politik und Investoren die Branche ernst nehmen.
„Indem wir gemeinsam Standards setzen, sparen einzelne Unternehmen Zeit und Energie. So bleibt Raum für einzigartige Produkte“, sagt Van der Riet.
Trends, die bleiben
Digitalisierung, datengetriebenes Arbeiten, Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit in der Kette sind bleibende Trends. Klimawandel und Verbraucherwünsche fördern den Bedarf an nachhaltigerer Produktion. Gleichzeitig verändert sich die Organisation der Unternehmen: Führungsteams übernehmen immer mehr Aufgaben, und Spezialisierung in Anbau, Technik und Strategie wird notwendig.
Lehren für die Branche
Der Erfolg der Branche hängt von Zusammenarbeit und Innovation ab. Kleine Schritte sind wichtig, doch das größere Ziel ist es, gemeinsam eine internationale Spitzenposition zu behaupten. Vorwettbewerbliche Forschung, klare Standards und digitale Zusammenarbeit machen das möglich.
Die Botschaft an andere Gartenbaubetriebe: Wagen Sie die Zusammenarbeit, nutzen Sie Daten und legen Sie die Grundlage für eine zukunftsfähige, effiziente und nachhaltige Produktion.
