Im Gespräch mit Martijn Lieshout und Lissa Vroog von ECI Software Solutions
Immer mehr Fertigungsunternehmen erkennen: Die Digitalisierung ist unvermeidlich. Dennoch löst das
Wort ERP bei vielen Unternehmern noch Berührungsängste aus. Zu komplex, zu teuer oder zu
zeitaufwendig – so lautet es häufig. Doch stimmt dieses Bild überhaupt noch?
In der neuesten Folge von De Industrie Podcast sprechen wir mit Martijn
Lieshout (Key Account Manager) und Lissa Vroog (Product Marketing Manager) von ECI
Software Solutions. Beide sind eng in die Implementierung und Weiterentwicklung
von Ridder iQ eingebunden, dem ERP-System für die Fertigungsindustrie. Gemeinsam räumen sie mit
den größten Missverständnissen rund um ERP auf.
“ERP macht man nicht mal eben nebenbei”
Laut Lieshout besteht das größte Missverständnis darin, dass Unternehmen glauben, ERP „mal eben nebenbei“
erledigen zu können. „ERP betrifft alles: Prozesse, Abteilungen, Menschen. Es erfordert nicht nur eine gute
Vorbereitung, sondern auch das Commitment der gesamten Organisation. Ohne Rückhalt kein
Erfolg.“
Die Fertigungsindustrie ist ihm zufolge schlicht zu komplex, um mit Standardsoftware abgedeckt zu
werden. „Ein Handelsunternehmen hat ein Produkt, einen Bestand und eine Rechnung. In der
Fertigungsindustrie sprechen wir über Engineer-to-Order, Configure-to-Order, Bestandsverwaltung,
Arbeitsvorbereitung, Produktionsplanung und Projektplanung. All diese Prozesse sind miteinander
verwoben.“
Excel ist kein ERP
Viele Unternehmen arbeiten noch mit Excel. Flexibel, gewiss – aber auch anfällig. „Sobald
mehrere Menschen an derselben Datei arbeiten, entsteht Chaos. Eine falsche Formel,
und Ihre Marge stimmt nicht mehr“, sagt Vroog. „ERP sorgt für eine einzige Wahrheit: weniger Fehler,
mehr Kontrolle.“
Erfolg beginnt in der Werkstatt
Auffällig ist der Nachdruck, den beide Gäste auf den menschlichen Faktor legen.
ERP-Implementierungen scheitern selten an der Technik, sondern an Widerständen. „Das Verhalten in
der Werkstatt ist entscheidend“, sagt Lieshout. „Wenn die Mitarbeiter nicht mitziehen wollen, kommt es nicht
zum Fliegen.“
Deshalb rät ECI Unternehmen stets, die Mitarbeiter von Anfang an einzubinden – über
Key-User, Arbeitsgruppen und intensive Kommunikation. „Veränderung gelingt erst, wenn Menschen
verstehen, warum sie nötig ist, und wenn sie selbst davon profitieren.“
ERP als Kollege
Auf die Frage, wie sie ERP als Kollegen beschreiben würden, antworten beide Gäste ohne
Zögern: Ihr Rückgrat oder sogar Ihr persönlicher Assistent. „Ein gut eingerichtetes ERP-System macht
Ihr Leben leichter“, sagt Vroog. „Es sorgt dafür, dass die Informationen zu Ihnen kommen, statt dass
Sie danach suchen müssen.“
KI und ERP: kein Modewort, sondern Chance
Auch KI kommt in der Folge ausführlich zur Sprache. Beide Sprecher betonen, dass
künstliche Intelligenz vor allem praktisch und sicher eingesetzt werden muss. „Denken Sie an
automatische Angebotskalkulationen, Dashboards auf Basis natürlicher Sprache oder einen Chatbot, der
Ihnen bei Fragen zu Ihrem ERP-System hilft“, sagt Lieshout. „Aber sorgen Sie stets dafür, dass Ihre Daten sicher
bleiben – dort liegt eine große Verantwortung.“
Die Zukunft von ERP
Zum Abschluss werfen Martijn und Lissa einen Blick in die Zukunft. ERP wird ihrer Ansicht nach nur noch
wichtiger werden. „Mit Cloud-Anwendungen, Webfunktionalitäten und KI-Tools wird ERP zum
Motor hinter allen Geschäftsprozessen“, so Vroog. „Wer jetzt investiert, baut das
Fundament für die kommenden zehn Jahre.“
Neugierig auf das ganze Gespräch?
Hören Sie sich jetzt die vollständige Folge hier an:
deindustrie.online/podcast und entdecken Sie, warum ERP kein IT-Projekt ist – sondern eine
strategische Entscheidung.
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