OmniCore EyeMotion: ABB macht Roboter visuell

RE
Redactie
29 okt 2026 · 3 Min. Lesezeit · Über unsere Redaktion & KI-Einsatz

Mit OmniCore EyeMotion macht ABB Robotics einen klaren Schritt in Richtung Roboter, die ihre Umgebung aktiv wahrnehmen. Die Lösung ermöglicht es jedem Roboter auf der OmniCore-Plattform, über Kameras oder Sensoren von Drittanbietern zu 'sehen', was um ihn herum geschieht. Damit entwickelt sich Machine Vision von einer separaten, komplexen Ergänzung zu einem integrierten Bestandteil der Robotersteuerung – eine Entwicklung, die vielen Fertigungsbetrieben den Zugang zur flexiblen Automatisierung erleichtert.

Was OmniCore EyeMotion der Steuerung hinzufügt

Im Kern geht es um Integration. Während Vision-Anwendungen bislang eine eigene Softwareebene, separate Controller und viel Programmieraufwand erforderten, bettet EyeMotion die Bildfunktionalität direkt in das OmniCore-Ökosystem ein. Das hat konkrete Folgen:

  • Umgebungserkennung: Der Roboter lokalisiert Objekte, bestimmt Ausrichtungen und passt seine Bewegung daran an.
  • Freiheit bei der Hardware: Da Kameras und Sensoren verschiedener Hersteller unterstützt werden, sind Unternehmen weniger an eine Marke gebunden.
  • Geringere Integrationshürde: Weniger Einzelsysteme bedeuten kürzere Inbetriebnahme und weniger Abstimmungsprobleme zwischen Steuerung und Bildverarbeitung.

Für Ingenieure, die an Robotisierung und Automatisierung arbeiten, wird Vision damit kein eigenständiges Projekt mehr, sondern eine natürliche Erweiterung der bestehenden Roboterzelle.

Warum Vision in der automatisierten Produktion entscheidend wird

Die Nachfrage nach visuell gesteuerten Robotern wächst, weil klassische, 'blinde' Automatisierung schlecht mit Variation umgeht. Ein Roboter ohne Augen führt immer wieder exakt dieselbe Bewegung aus – perfekt für große, identische Serien, aber anfällig, sobald Produkte in Position, Form oder Maß leicht abweichen. Gerade in Europa, wo High-Mix, Low-Volume-Fertigung die Norm ist, stellt diese Starrheit eine Barriere dar.

Mit integrierter Machine Vision und industrieller KI können Roboter mit ungenau zugeführten Teilen umgehen, Bin Picking durchführen, die Qualität während des Prozesses prüfen und sich an wechselnde Werkstücke anpassen. Das erschließt Anwendungen, die zuvor Handarbeit blieben – von komplexer Montage bis zu Inspektion und Materialhandhabung.

Folgen für Fertigungsbetriebe in Europa

Für die Industrie in Deutschland und Europa trifft diese Entwicklung zwei hartnäckige Herausforderungen: den Fachkräftemangel und den Druck, kleinere Serien wirtschaftlich zu fertigen. Visuell gesteuerte Roboter verringern die Abhängigkeit von manuellen Handgriffen und machen Automatisierung bei Stückzahlen rentabel, die früher zu klein waren.

Konkret bietet das Chancen für:

  • Flexible Roboterzellen, die ohne aufwendige Neuprogrammierung auf ein anderes Produkt umstellen.
  • Qualitätskontrolle in der Linie, bei der Abweichungen sofort statt nachträglich erkannt werden.
  • Anwendungen wie Roboterschweißen, bei denen das präzise Lokalisieren von Nähten und Werkstücken über einen stabilen Prozess entscheidet.

Zugleich gibt es Punkte, die Beachtung erfordern. Die Wahl geeigneter Sensoren und Aktoren, die Beleuchtung in der Zelle und die Qualität der Bildverarbeitung bestimmen letztlich, ob eine Vision-Anwendung zuverlässig arbeitet. Ein offeneres Ökosystem hilft, ersetzt aber nicht das Engineering-Know-how, das nötig ist, um Bild, Steuerung und Mechanik sauber zusammenwirken zu lassen.

Der größere Trend: Roboter, die Kontext verstehen

OmniCore EyeMotion fügt sich in eine klare Bewegung der Automatisierung ein: von Robotern, die blind eine Reihe von Koordinaten abarbeiten, hin zu Systemen, die ihre Umgebung interpretieren und reagieren. Angetrieben wird diese Verschiebung von günstigeren Kameras, leistungsfähigeren Prozessoren und reifender KI für die Bildanalyse. Indem ABB Vision in der Standardsoftware verankert, verkleinert das Unternehmen die Kluft zwischen Forschung und Werkstattalltag.

Wer seine Automatisierung ausbauen will, sollte früh über die Softwareebene nachdenken. Eine robuste Plattform für Roboter- und Maschinensoftware erleichtert es, künftige Vision- und KI-Funktionen zu ergänzen, ohne die gesamte Anlage zu ersetzen.

Für die Fertigungsindustrie bedeutet integrierte Robotervision, dass flexible Automatisierung zugänglicher und erschwinglicher wird. Betriebe, die jetzt in Vision-Kompetenz und skalierbare Steuerungsplattformen investieren, verschaffen sich einen Vorsprung in einem Markt, in dem Anpassungsfähigkeit zunehmend über die Wettbewerbsposition entscheidet.

EXCLUSIEVE CONTENT

Dit wil je niet missen

Dit artikel, de video en het volledige transcript zie je nergens anders. Schrijf je gratis in en blijf als eerste op de hoogte.

Gratis toegang →
← Zurück zur Startseite