Lineachse für CRX-Cobots: Regal Rexnord und Fanuc

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Redactie
11 aug 2026 · 3 Min. Lesezeit · Über unsere Redaktion & KI-Einsatz

Eine integrierte Lineachse für CRX-Cobots markiert einen neuen Schritt darin, wie Fertigungsbetriebe kollaborative Roboter einsetzen. Regal Rexnord und Fanuc bündeln ihr Know-how in einer schlüsselfertigen Lösung, mit der Anwender der Fanuc CRX-Serie ihren Cobot entlang einer Linearbahn verfahren können. Die Achse kombiniert Thomson-Linearbewegungstechnik mit Boston-Gear-Getrieben, Huco-Kupplungen sowie Motoren und Software von Kollmorgen. So entsteht eine sogenannte siebte Achse, die den Arbeitsraum eines Cobots erheblich vergrößert, ohne dass Integratoren Komponenten unterschiedlicher Hersteller selbst aufeinander abstimmen müssen.

Was eine siebte Achse kollaborativen Robotern hinzufügt

Ein kollaborativer Roboter besitzt in der Regel sechs Bewegungsachsen und einen festen, kreisförmigen Arbeitsraum. Wird der Roboter auf eine Lineachse gesetzt, entsteht ein siebter Freiheitsgrad: Der Cobot bewegt sich entlang einer Schiene und kann so mehrere Arbeitsstationen, Maschinen oder Paletten bedienen. Für die Fertigung bedeutet das konkret:

  • Größerer Reichweite — ein Cobot bedient mehrere CNC-Maschinen oder Montagepositionen statt nur einer.
  • Höhere Auslastung — teure Roboterkapazität wird auf mehr Aufgaben verteilt, was die Amortisationszeit verkürzt.
  • Flexibles Layout — Fertigungszellen lassen sich kompakter und modularer aufbauen.

Gerade bei Robotisierung und Automatisierung ist diese Erweiterung wertvoll für Betriebe mit kleinen Losgrößen und häufigen Wechseln, bei denen ein festes Setup schnell an Grenzen stößt.

Warum eine vorintegrierte Lösung zählt

Der größte Gewinn liegt nicht allein in der Hardware, sondern in der Integration. Traditionell muss ein Systemintegrator eine Linearführung, den Antrieb, Kupplungen, Motor und Steuerung verschiedener Marken selbst kombinieren, abstimmen und programmieren. Das kostet Engineeringzeit, birgt Kompatibilitätsrisiken und verlängert die Durchlaufzeit. Eine Lösung, in der Antriebstechnik, Führung und Software als ein validiertes Paket vorliegen, senkt diese Hürde deutlich. Für europäische Fertiger mit begrenztem Automatisierungs-Know-how im Haus ist das relevant: Die Komplexität verlagert sich vom Shopfloor zum Lieferanten.

Das passt zu einem breiteren Trend. Komponentenhersteller positionieren sich zunehmend als Anbieter kompletter Teillösungen statt einzelner Bauteile. Für Endanwender senkt das die Einstiegshürde in die Automatisierung; für die klassische Systemintegration und OEM-Auslagerung verschiebt sich das Spielfeld, weil ein Teil der Integrationsarbeit bereits erledigt ist.

Die Rolle der Präzision in der Linearbewegung

Die Leistung eines Cobots auf einer Lineachse steht und fällt mit der Qualität von Führung und Antrieb. Spiel, Steifigkeit und Wiederholgenauigkeit bestimmen, ob der Roboter nach dem Verfahren exakt dieselbe Position einnimmt. Präzise Lager und Führungen, spielarme Getriebe und steife Kupplungen sind daher entscheidend. Bei kollaborativen Anwendungen kommt die Sicherheitsdimension hinzu: Der Roboter teilt den Raum mit Menschen, weshalb die Bewegung entlang der Achse auch beim Beschleunigen und Bremsen vorhersehbar und beherrschbar bleiben muss.

Breiterer Kontext: Cobots als Wachstumstreiber

Kollaborative Roboter zählen zu den am schnellsten wachsenden Segmenten der Industrieautomatisierung. Sie sind günstiger, schneller in Betrieb zu nehmen und im Zusammenspiel mit Bedienern sicherer als klassische Industrieroboter hinter Schutzzäunen. Das passt zur Realität vieler europäischer Fertiger: angespannter Arbeitsmarkt, steigende Lohnkosten, hohe Produktvielfalt und der Bedarf an Flexibilität. Eine Lineachse erhöht die Einsatzfähigkeit von Cobots genau in diesen Situationen, weil ein Roboter mehrere Aufgaben übernehmen kann, ohne dass zusätzliches Bedienpersonal nötig ist.

Zugleich lohnt Differenzierung. Eine siebte Achse fügt bewegte Teile, Wartung und Kabelmanagement hinzu. Betriebe sollten den Business Case je Anwendung berechnen: Passt es zu den Taktzeiten, reicht die Wiederholgenauigkeit, und bringt es genug Mehrauslastung, um die Investition zu rechtfertigen?

Was das für die Fertigung bedeutet

Für Produktionsleiter und Ingenieure senkt eine integrierte Lineachse die Hürde, Cobots breiter einzusetzen. Die Kopplung aus validierter Hardware und Software verkürzt die Implementierungszeit und verringert technische Risiken. Wer Automatisierung erwägt, kann so schneller von einer einzelnen Roboterzelle zu einem flexibleren Setup skalieren. Die Kernbotschaft: Automatisierung wird modularer und zugänglicher, doch eine fundierte Abwägung von Auslastung, Genauigkeit und Wartung bleibt entscheidend für die Rendite.

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