KMG-Automatisierung: Hexagon bringt Metrical für Dauerbetrieb

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Redactie
28 aug 2026 · 3 Min. Lesezeit · Über unsere Redaktion & KI-Einsatz

Mit Metrical geht Hexagon einen weiteren Schritt in Richtung KMG-Automatisierung: ein System zum automatischen Beladen und zur Verwaltung von Warteschlangen, das Koordinatenmessgeräte (KMG, auch 3D-Messmaschinen) nahezu ununterbrochen arbeiten lässt. Während ein Messraum traditionell davon abhängt, dass ein Bediener Werkstücke einlegt, ausrichtet und Messprogramme startet, verlagert sich die Prüfung damit zu einem unbemannten, kontinuierlichen Prozess. Das Ergebnis ist eine höhere Prüfkapazität, ohne dass zusätzliche Messmaschinen oder zusätzliches Personal nötig sind.

Was Metrical dem Messraum konkret bringt

Der Kern des Systems lässt sich einfach zusammenfassen: Werkstücke werden vorab in eine Warteschlange gestellt, woraufhin das KMG sie automatisch nacheinander prüft. Dadurch kann eine Messmaschine auch nachts und in Pausen weiterarbeiten. In der Praxis bringt das mehrere Vorteile:

  • Höhere Auslastung teurer Messtechnik — die Maschine steht seltener still.
  • Kürzere Durchlaufzeiten, weil geprüfte Teile nicht auf einen freien Bediener warten.
  • Konsistentere Ergebnisse, da menschliche Schwankungen beim Beladen und Ausrichten abnehmen.
  • Bessere Planbarkeit der Qualitätskontrolle innerhalb der Produktionssteuerung.

Für Betriebe, die in Mess- und Prüftechnik investieren, ist das relevant: Die Amortisationszeit eines KMG hängt stark vom Auslastungsgrad ab. Eine Maschine, die nur in der Tagschicht misst, nutzt nur einen Bruchteil ihres Potenzials.

Warum sich KMG-Automatisierung jetzt durchsetzt

Der Aufstieg solcher Systeme steht nicht für sich allein. In vielen Fertigungsbetrieben ist die Produktion durch Bearbeitungszentren mit Palettenwechslern und Robotisierung bereits weitgehend automatisiert, während die Qualitätskontrolle zurückblieb. Der Messraum wurde so zum Engpass: automatisiert zerspanen, aber manuell messen. Metrical fügt sich in den breiteren Trend ein, auch Prüfung und Abnahme in den automatisierten Fluss einzubinden, sodass die gesamte Kette von Bearbeitung bis Qualitätssicherung durchgängig läuft.

Hinzu kommen strukturelle Faktoren. Der Mangel an qualifizierten Messtechnikern in Deutschland und den Niederlanden macht die unbemannte Prüfung attraktiv. Zugleich stellen Branchen wie Automotive, Luftfahrt und Medizintechnik immer strengere Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Genauigkeit. Automatisierung hilft, diese größeren Messvolumen zu bewältigen, ohne dass die Kosten proportional steigen.

Folgen für deutsche und europäische Fertiger

Für Zulieferer in Metall und Maschinenbau verändert die automatische KMG-Beladung das Spielfeld. Ein kleiner bis mittlerer Betrieb, der eine 100-Prozent-Prüfung bislang für unrealistisch hielt, kann mit warteschlangengesteuerter Inspektion einen größeren Teil der Produktion messen statt nur Stichproben. Das senkt das Ausfallrisiko und stärkt die Position gegenüber anspruchsvollen Abnehmern.

Es gibt jedoch Punkte zu beachten. Unbemannte Prüfung erfordert zuverlässige Spannmittel, robuste Messprogramme und eine gute Abstimmung mit dem übergeordneten Qualitätssystem. Der eigentliche Nutzen entsteht, wenn Messdaten direkt in die Produktion zurückfließen — etwa in eine MES- oder Produktionssoftware-Umgebung — sodass Abweichungen schnell zu Prozesskorrekturen führen. Automatisch messen ohne geschlossenen Regelkreis liefert vor allem mehr Daten, keine bessere Qualität.

  • In standardisierte Spannmittel investieren, damit Werkstücke reproduzierbar in die Warteschlange passen.
  • Für kalibrierte und validierte Messprogramme sorgen; unbemanntes Messen verstärkt die Folgen eines fehlerhaften Programms.
  • Messdaten mit SPC und Prozessregelung koppeln, um echten Wert aus der höheren Kapazität zu ziehen.
  • Kalibrierung und Zertifizierung der Messmittel berücksichtigen, um audit-sicher zu bleiben.

Messen als Teil der smarten Fabrik

Metrical zeigt, wie sich Qualitätskontrolle von einem isolierten, manuellen Schritt zu einem integrierten Glied der smarten Fabrik wandelt. Mit zunehmender Reife von Machine Vision und industrieller KI entsteht eine kontinuierliche Messlandschaft, in der Daten aus KMG, Scannern und Vision-Systemen zusammenlaufen. Das ermöglicht ein vorausschauendes Qualitätsmanagement: Abweichungen erkennen, bevor sie zu Ausschuss führen.

Für die Fertigungsindustrie ist die Botschaft klar. Die Automatisierung der Prüfung ist kein Luxus großer Konzerne mehr, sondern ein konkreter Weg, Kapazität, Konsistenz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Betriebe, die ihren Messraum als Engpass erleben, sollten Belade- und Warteschlangenautomatisierung ernsthaft prüfen — nicht als isolierte Investition, sondern als Teil einer durchgängigen, datengetriebenen Qualitätsstrategie.

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