Die Fertigung und Verlegung von Kabelbäumen zählt zu den letzten großen Handarbeitsprozessen im Automobilbau. Während weite Teile der Fahrzeugproduktion längst hochautomatisiert ablaufen, entstehen diese komplexen Kabelbündel bislang überwiegend manuell. Wie VDI nachrichten berichtet, haben Unternehmen im Umfeld von Audi und Mercedes hier nun deutliche Fortschritte erzielt.
Warum die Automatisierung so schwierig ist
Ein Kabelbaum bildet gewissermaßen das Nervensystem eines modernen Fahrzeugs. Er besteht aus zahllosen Leitungen, Steckern und Verzweigungen, die sich durch die gesamte Karosserie ziehen. Da jedes Fahrzeug unterschiedliche Ausstattungsvarianten aufweist, unterscheidet sich nahezu jeder Kabelbaum vom nächsten. Diese hohe Variantenvielfalt und die flexiblen, schwer greifbaren Materialien erschweren den Einsatz von Robotern und automatisierten Systemen erheblich.
Fortschritte bei deutschen Herstellern
Die beteiligten Unternehmen arbeiten an Lösungen, mit denen sich Teile dieses Prozesses automatisieren lassen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von arbeitsintensiver Fertigung zu senken und die Qualität weiter zu steigern. Für die Fertigungsindustrie ist dies eine wichtige Entwicklung, da das Know-how zur automatisierten Verarbeitung flexibler Materialien auch über den Automobilbau hinaus nutzbar ist.
Die zentralen Vorteile einer weitergehenden Automatisierung:
geringere Produktionskosten durch weniger Handarbeit;
gleichbleibendere Qualität und weniger Fehler;
geringere Abhängigkeit von knappem Fachpersonal;
kürzere und flexiblere Durchlaufzeiten.
Die Entwicklung zeigt, dass selbst traditionell manuelle Prozesse schrittweise automatisierbar werden – vorausgesetzt, Hersteller investieren in neue Verfahren und die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette. Für Zulieferer und Maschinenbauer eröffnen sich dadurch neue Chancen.
Dieser Beitrag beruht auf einer Meldung von VDI nachrichten.
