Das chinesische Start-up InfiMaker treibt die Miniaturisierung der Zerspanungstechnik voran. Mit der InfiMaker K1 stellt das Unternehmen ein fünfachsiges Bearbeitungszentrum vor, das laut Hersteller simultan in allen Achsen arbeitet und dennoch klein und leicht genug ist, um auf einem gewöhnlichen Schreibtisch Platz zu finden.
Kleines Format, ernst zu nehmende Daten
Die Maschine wiegt lediglich 110 Kilogramm – ein Bruchteil des Gewichts herkömmlicher Fünfachsfräsmaschinen, die üblicherweise mehrere Tonnen auf die Waage bringen und ein eigenes Fundament erfordern. Trotz der kompakten Bauweise verspricht InfiMaker eine Wiederholgenauigkeit von 0,01 mm. Damit zielt das Unternehmen auf Anwendungen, bei denen Präzision wichtiger ist als ein großes Bearbeitungsvolumen.
KI-gestütztes CAM
Auffällig ist die zugehörige Software. Die K1 wird mit einem CAM-System geliefert, das künstliche Intelligenz nutzt. Damit soll sich ein Bild direkt in ein NC-Programm für die Maschine umwandeln lassen, ohne die sonst üblichen manuellen Schritte in der Arbeitsvorbereitung. Für Anwender ohne tiefgehende Programmierkenntnisse könnte das die Einstiegshürde zum Fünfachsfräsen senken.
Bedeutung für die Fertigung
Bemerkenswert ist der angepeilte Preis von rund 5.000 Euro. Das liegt eine Größenordnung unter den Investitionen, die für professionelle Fünfachsmaschinen anfallen. Für Prototyping, Ausbildung, F&E-Abteilungen und kleine Werkstätten kann ein solches Gerät interessant sein, um Ideen schnell und nah am Arbeitsplatz zu erproben.
Offen bleibt, wie sich die Maschine in der Praxis gegenüber etablierten Geräten schlägt. Eine kompakte Konstruktion mit geringem Gewicht stößt schnell an Grenzen bei Steifigkeit, Zerspanungskraft und Materialwahl. Für Serienfertigung in zähen Metallen ersetzt eine Tischmaschine keine industriellen Systeme. Als zugänglicher Einstieg könnte die K1 die simultane Fünfachsbearbeitung jedoch breiter verfügbar machen.
