Der Stahlhersteller HKM treibt den Umbau seiner Produktion voran. Für den Standort in Duisburg wurde eine neue zentrale Anlage bestellt, die zum Kernstück einer deutlich klimafreundlicheren Stahlerzeugung werden soll. Den Plänen zufolge handelt es sich dabei um den größten Elektrolichtbogenofen Deutschlands.
Abkehr vom Hochofen
Roheisen wird traditionell im Hochofen erzeugt, wobei große Mengen Kohle zum Einsatz kommen und viel Kohlendioxid entsteht. Ein Elektrolichtbogenofen arbeitet anders: Er schmilzt Schrott und weitere Rohstoffe mithilfe elektrischer Energie. Stammt dieser Strom aus erneuerbaren Quellen, sinkt der Ausstoß je Tonne Stahl gegenüber der klassischen Route erheblich.
Bedeutung für die Industrie
Stahl ist ein Grundwerkstoff für zahlreiche Branchen – von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis zum Bauwesen und der Energietechnik. Abnehmer fragen zunehmend nach Materialien mit kleinerem CO2-Fußabdruck, getrieben durch strengere Vorgaben und eigene Nachhaltigkeitsziele. Der Umstieg auf CO2-ärmeren Stahl bei einem großen Produzenten wirkt sich deshalb auf die gesamte Wertschöpfungskette aus.
Die Investition fügt sich in einen breiteren Wandel der europäischen Stahlbranche ein, in dem Unternehmen ihre Erzeugung schrittweise umstellen, um die Klimaziele zu erreichen. Der Einsatz von Elektrolichtbogenöfen erfordert nicht nur neue Anlagen, sondern auch einen verlässlichen Zugang zu großen Mengen grünen Stroms sowie angepasste Logistik rund um Rohstoffe wie Schrott.
- Standort: Duisburg
- Ziel: CO2-arme Stahlerzeugung
- Besonderheit: laut Angaben der größte Elektrolichtbogenofen Deutschlands
Mit der Bestellung setzt HKM ein Signal für den Übergang zu einer klimafreundlicheren Produktion. Für Zulieferer und industrielle Kunden bedeutet dies, dass die Verfügbarkeit von Stahl mit geringerem Ausstoß in den kommenden Jahren weiter zunehmen dürfte.
