Belgische KMU wenden sich massenhaft von klassischen IT-Beratern ab: ‚Wir wollen keine PowerPoints mehr, sondern echte Veränderung‘
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Redactie
21 okt 2025 · 3 Min. Lesezeit
Der belgische KMU-Markt erlebt eine deutliche Verschiebung: weg von klassischer IT-Beratung, hin zu Digital Challengers – Experten, die nicht nur beraten, sondern Veränderung umsetzen und verankern. Das erklärt Odum, ein Kollektiv von rund zwanzig Selbstständigen, im Gespräch mit De Industrie Online. Gründer Olivier Mangelschots und Tim Bertens (Digital Challenger und Fractional CIO) erläutern, wie ihr Fractional-Modell (einige Stunden pro Woche, meist über 2–3 Jahre) Organisationen ganzheitlich neu gestaltet – von Strategie und Prozessen bis hin zu Datenarchitektur und Tool-Auswahl.
„Wir kommen nicht, um das Bestehende zu digitalisieren. Wir hinterfragen, wie das Unternehmen arbeitet – intern und in Richtung Markt – und bauen an einem besseren Operating Model“, sagt Mangelschots.
Warum das relevant ist
Modellwandel: KMU (30–600 Mitarbeitende) entscheiden sich schneller für Fractional CIOs, die anbieterunabhängig arbeiten, statt für produktgetriebene Beratung.
Ganzheitliche Mandate: In KMU sitzen die Entscheider mit am Tisch (Inhaber/CEO), wodurch unternehmensweite Transformationen auch tatsächlich greifen.
Fokus auf Verankerung: Odum baut maßgeschneiderte Governance auf und richtet ein Buddy-System mit internen Profilen ein, damit die Organisation eigenständig bleibt.
Das Modell: von Beratung zu nachweisbarer Wirkung
Was verändert sich?
Von der Infrastruktur zum Business: Infrastruktur & Security standardisieren und an einen MSP mit SLAs delegieren; die interne IT auf Integrationen, Daten und Low-Code ausrichten.
Architektur vor Tooling: Zuerst Operating Model & Prozesse ausrichten, erst danach ERP/WMS/MES auswählen.
Fractional Presence: Experten arbeiten im Unternehmen mit, damit Veränderung greift – ohne Vollzeitkosten.
„Der Unterschied zwischen Beratung und Wertschöpfung liegt in der Umsetzung. Dort erntet man die Früchte“, so Bertens.
Kurz-Case: erst fusionieren, dann Odoo
Bei einem Einzelhändler für Medizinprodukte mit zwei Betriebsgesellschaften riet Odum zunächst zu einer Fusion (mit Business Units je Produktlinie) und erst danach zur Kombination von Odoo mit einem branchenspezifischen Frontend. Ergebnis: einfachere GuV, weniger Reibung (ein Bezahlterminal pro Filiale) und eine schlankere, skalierbare Architektur. Die Lehre: Business-Struktur vor Systemauswahl.
KI: Hebel, kein Wundermittel
Odum unterscheidet drei Ebenen in der modernen KMU-Architektur:
„Viele Organisationen löschen ständig Brände. Ein paar Wochen Helikopterblick und Roadmap bringen Ruhe und Tempo“, sagt Mangelschots.
Widerstand? Kapazität und Fokus freisetzen
Transformation scheitert oft am Zeitmangel bei Schlüsselpersonen, die zugleich das Tagesgeschäft am Laufen halten müssen. Odum plädiert für eine realistische Freistellung (oder temporäre Kapazität), Buddy-Paare zwischen Odum und internen Mitarbeitenden sowie eine leichtgewichtige Governance (Prioritäten, Verantwortlichkeiten, Entscheidungsmomente).
Von abhängig zu eigenständig
Odum positioniert sich ausdrücklich in der Change-Phase. Nach der Umsetzung bleibt ein internes Team zurück, das Projekte fortführen kann. Bei neuen Wachstumswellen kann Odum vorübergehend erneut einsteigen – Abhängigkeit ist kein Ziel.
Praktischer Einstieg: Discovery ohne Verkaufsgespräch
Interessierte Unternehmen können einen Discovery-Workshop (ca. 2 Stunden) mit Inhaber/Geschäftsführung/Management-Team einplanen. Ziel: zuhören, laufende Initiativen erfassen und einen kompakten Bericht als Grundlage für die Roadmap erstellen. (Buchbar über Calendly; Link auf Anfrage.)
FAQ
Was ist ein Digital Challenger? Ein Experte, der Organisation, Prozesse, Daten und Tooling auf Basis von Geschäftszielen überarbeitet und die Veränderung begleitet und verankert.
Was ist ein Fractional CIO? Ein Teilzeit-CIO, der einige Stunden pro Woche strategisch und operativ mitarbeitet, um IT und Daten auf Niveau zu bringen.
Welche Tools nutzt Odum? Anbieterunabhängig. Je nach Kontext: Odoo, Business Central, NetSuite, SAP, ergänzt durch Best-of-Breed und Edge-Automatisierung.
Wie schnell zeigt sich ein Ergebnis? Innerhalb weniger Monate spürbar (weniger Verschwendung, schnellere Durchlaufzeiten); struktureller Effekt über 12–24 Monate.
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